Kirchenaustritt

Kirchenaustritt leicht gemacht... ein Weg hinaus aus der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas

Einige sind bereit diesen Schritt zu gehen. Sie wollen weg von den Zeugen Jehovas. Die Gründe dafür mögen unterschiedlichster Art sein. Sicher haben einige lange nachdenken müssen, bevor sie diesen Schritt wagen. Es ist nicht immer leicht, vor allem dann nicht wenn noch Familie und Freunde im Background sind.
Aber wenn man dann den Entschluss gefasst hat und bereit ist diesen Weg zu gehen, dann überlegt der eine oder andere noch, wie mach ich es am besten. Schreibe ich einen Brief und schicke ich ihn nach Selters, oder schicke ich einen Brief an die Ältestenschaft, oder oder oder....

Da die Zeugen Jehovas nun die Körperschaft des öffentlichen Rechts inne haben in fast allen Bundesländern nimmt Vater Staat ihnen eine Menge Arbeit ab. Man braucht keine ellenlangen Briefe oder Erklärungen mehr schreiben und irgendwo hinschicken, sei es zu den Ältesten oder nach Selters. In Deutschland muss ein Kirchenaustritt bei einer staatlichen Behörde erklärt werden und das läuft immer wie folgt ab....

Man geht zur Behörde, sagt was man will, die geben einem ein vorgefertigtes Formular, da muss man dann nur noch unterschreiben. Das war es dann. In einigen Bundesländern gelten noch bestimmte Regeln, zB welche Behörde zuständig ist und wie hoch die Bearbeitungsgebühr ist.

Dazu habe ich hier eine kleine Zusammenfassung der einzelnen Bundesländer....
Bsp.
Land – Wo – Gebühr - Sonstiges
Musterland – Musterbehörde – 30 Euro – Personalausweis

Baden Württemberg – Standesamt – 10-60 Euro je nach Landkreis – Personalausweis/Familienbuch

Bayern – Standesamt – 31 Euro 41 Euro verheiratet – Personalausweis/Familienbuch

Berlin – Amtsgericht – Kostenlos / aus Lohnsteuerkarte auch austragen lassen – Personalausweis – Zuständig ist das Amtsgericht der jeweiligen Bezirke (zB Amtsgericht Spandau, Amtsgericht Charlottenburg usw)

Brandenburg – Amtsgericht – Kostenlos – Personalausweis

Bremen – kostenlos bei den jeweiligen Pfarrämtern, 5,50 Euro auf dem Standesamt – Personalausweis

Hamburg – Standesamt - 31 Euro - Personalausweis, Eheurkunde, Sterbeurkunde

Hessen – Amtsgericht – 25 Euro – Personalausweis

Mecklenburg-Vorpommern – Standesamt/Notar – 10 Euro – Personalausweis

Niedersachsen – Standesamt/Notar – 25 Euro – Personalausweis

Nordrhein-Westfalen – Amtsgericht – 30 Euro – Personalausweis/Ehebuch/Sterbeurkunde

Rheinland Pfalz – Standesamt/Notar – 21 Euro – Personalausweis/Familienbuch

Saarland – Standesamt/Notar – 32 Euro – Personalausweis/Familienbuch

Sachsen – Standesamt/Notar – 23 Euro – Personalausweis/Familienbuch

Sachsen Anhalt – Standesamt/Notar – 25 Euro – Personalausweis/Familienbuch

Schleswig Holstein – Standesamt/Notar – 10 Euro – Personalausweis/Familienbuch

Thüringen – Standesamt – 30 Euro – Personalausweis/Familienbuch

Diese Angaben sind ohne Gewähr und können Schwankungen unterliegen. Diese Angaben unterliegen den Richtlinien der einzelnen Bundesländer/Landkreise und können im Preis Schwankungen unterliegen.

Es bleibt jetzt nur noch die Frage, ob jeder, der eine Körperschaft des öffentlichen Rechts hat auch Kirche ist, und ob die Zeugen auch Kirche sind. Aber diese Austritte gelten nicht nur für Kirchen, sondern auch für religiöse Gemeinschaften. Mit der Frage, ob die Zeugen Jehovas wirklich eine Kirche sind, befasse ich mich in einer meiner nächsten Artikel...

 

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Religionsmündigkeit

Informationen zur Religionsmüdingkeit von Kindern

Wenns um die Taufe geht heißt es oft, wir taufen keine Kinder. Allerdings geht es weit über das Taufen hinaus, besser gesagt, es geht um die Rechte der Kinder in Bezug auf Zusammenkunftsbesuche. Im Vordergrund steht immer das Sorgerecht der Eltern, denn diese müssen auf ihre Kinder aufpassen.

Wie lauten denn die Vorschriften zur Religionsmündigkeit in Deutschland?

Deutschland:
Wenn das Kind das 10. Lebensjahr vollendet hat ist das Kind anzuhören, wenn es um Religionswechsel geht. Das bedeutet im Fall der Zeugen
- Das Kind hat ein Recht seine Meinung zu äußern, wenn es darum geht, das die Eltern in diese Religionsgemeinschaft wechseln sollten und das Kind in diesem Glauben erzogen werden soll. Das Kind darf seine Meinung dazu sagen ohne das es Strafen dazu hageln darf.

Hat das Kind das 12. Lebensjahr vollendet, darf es nicht mehr in einem anderen/neuen Bekenntnis erzogen werden, wenn das Kind das nicht will. Im Fall der Zeugen Jehovas bedeutet das
- Sollten Eltern, mit einem Kind in diesem Alter, zu den Zeugen wechseln so kann das Kind mit einem "Nein" klar machen, das es nicht in diesem Glauben erzogen werden will. Andersrum ist es aber genau so. Sollten Kinder bisher im Glauben der Zeugen erzogen worden sein und die Eltern wechseln die Kirche, so kann ein Kind sagen, das es weiter in dem Glauben der Zeugen erzogen werden will.

Mit Vollendung des 14. Lebensjahres ist ein Kind vollständig religionsmündig, das heißt wenn eine Kind NEIN sagt zu Versammlungsbesuchen und Predigtdienst, dann ist das unbedingt zu beachten. Das Kind darf dann nicht mehr bedrängt werden oder bestochen oder anders überzeugt werden. Wenn das Kind das nicht will muss es das dann auch nicht. Ferner kann es dann auch sagen, ob es vielleicht in einem anderen Glauben geschult/gelehrt werden will, oder in keinem. Die Eltern müssen das ernst nehmen und das Kind weitestgehend darin bestärken und fördern.

Ignorieren Eltern die Religionsmündigkeit des Kindes, oder arbeiten sie gezielt daran mit unterschiedlichen Methoden den Willen des Kindes zu brechen, steht es dem Kind frei, sich deswegen zu Beschweren, oder Hilfe zu suchen, zB beim Jugendamt, bei der Kirche für die es sich interessiert, bei Lehrern und so weiter.

* Appropos Jugendamt Deutschland...
Es gelten derzeit neue Regelungen für Jugendämter. Kinder die sich ans Jugendamt wenden brauchen keine Angst zu haben das sich das Jugendamt an die Eltern wendet. Es gibt neuerdings eine Schweigepflicht und Kinder brauchen keine Angst mehr vor Repressalien seitens der Eltern haben.
Wenn Gefahr im Verzug ist oder das Amt helfen will und sich diesbezüglich an die Eltern wendet und die Eltern meinen den zuständigen Bezirk durch Umzug wechseln zu müssen, dann nützt denen das neuerdings auch nichts mehr. Früher war es so, wechselten die Eltern in einen anderen Landkreis, oder ein anderes Bundesland, so war ein anderes Jugendamt zuständig. Das heißt, das neue Jugendamt weißt unter umständen nichts von der Familie oder den Sorgen der Kinder. Das Jugendamt-Hopping ist aber nun nicht mehr möglich, die Jugendämter arbeiten nun untereinander vernetzt und nicht mehr als viele Einzelstellen der Kommunen und Landkreise.

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Infos zB auch erhältlich über:
http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsmündigkeit
http://www.lexexakt.de/glossar/religionsmuendigkeit.php

 

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